Kategorie: Zubehör HiFi

Einzeltest: Keces Ewave


Netzwerkswitch · Keces Ewave

Zubehör HiFi Keces Ewave im Test, Bild 1
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Der HiFi-Zubehör-Markt war schon immer bunt. Aber der Einzug von Routern in die Anlage zwecks Streaming hat einige neue Produkte hervorgebracht. Sie versprechen Signalreinheit oder Vorrang für Audiodaten. Bringt das was?

Zugegeben, es gibt wichtigere Fragen im Leben eines Menschen als die nach der Qualität seines LANs. Wer es aber genau nimmt und alles, was klanglich möglich ist, aus dem Musik-(und Video-)streaming rausholen will, der sollte weiterlesen. Beim Keces Ewave handelt es sich um ein Gerät der Essentials-Serie. Dazu gehören noch zwei Produkte, der Phonoverstärker Ephono+ und der Streamer Ebravo. Beide haben wir bereits getestet (Ausgaben 2/2026 und 3/2025). Der Ewave ist der logische nächste Schritt für einen Streamerhersteller. Indem er für eine möglichst ideale Arbeitsumgebung sorgt, ermöglicht er einem Gerät, das Musik übers Internet wiedergibt, den bestmöglichen Klang.

Zubehör HiFi Keces Ewave im Test, Bild 2Zubehör HiFi Keces Ewave im Test, Bild 3Zubehör HiFi Keces Ewave im Test, Bild 4Zubehör HiFi Keces Ewave im Test, Bild 5
Wir hatten in Ausgabe 1/2026 ein etwas anders arbeitendes Gerät von Silent Power/iFi im Test. Und so wird dem treuen Leser das Ein oder Andere bekannt vorkommen.

Äußeres


Zubehör HiFi Keces Ewave im Test, Bild 5
Doch bleiben wir erstmal beim Erscheinungsbild. Aufgrund der vielen Bedienelemente, Dioden und der ganzen Beschriftung, sieht der Ewave etwas unruhig aus. Aber was soll man machen? Er hat rückseitig nun mal acht LAN-Ports, die alle einzeln über Kippschalter auf der Front aktiviert und deaktiviert werden können. Übrigens keine Spielerei, sondern ein sinnvoller Weg, gegenseitige Beeinflussung auszuschließen. Über die Leuchtdioden zeigt das Gerät dann einerseits an, welche Ports aktiv sind und andererseits, welche Übertragungsgeschwindigkeit anliegt. Die Rückseite sieht da schon entspannter aus. Hier gibt es zwei Reihen von je vier RJ45- Ports, die Datenraten von 1000, 100 und 10 Megabit pro Sekunde unterstützen. Obere und untere Reihe sind gegeneinander um 180 Grad versetzt. Das ist praktisch, wenn man mit unflexiblen LAN-Kabeln hantiert, die sich eventuell nicht so drehen lassen, wie man es braucht. Auch hier gibt es übrigens „highendige“ Ausführungen im gut sortierten (HiFi-)Fachhandel. Darüber hinaus gibt noch eine Erdungsschraube und einen Eingang für das externe Netzteil. Wie von einem Netzteil-Spezialisten nicht anders zu erwarten, ist der interne Aufbau dahinter aufwendig. Der Chip, der Quarzofen, Ein- und Ausgänge sowie der Mikrokontroller haben eigene Spannungsversorgungen, damit es keine gegenseitigen Beeinflussungen gibt (schon absurd, dass das Ganze mit einem sehr einfachen Steckernetzteil ausgeliefert wird ...). Der Ewave benötigt 12V/1A. Der Vertrieb empfiehlt, eines der hochwertigen Netzteile aus dem Hause Keces zu nutzen, es kann, muss aber nicht, zum Beispiel das ebenfalls von uns getestete P9 sein (Ausgabe 2/26). Das treibt den Preis leider nochmal deutlich hoch, aber der Unterschied soll eben auch gewaltig sein. Mal sehen. Uns stand unser Testmuster des P9 noch zur Verfügung. Wem das aber so oder so zu teuer ist, dem kann man sicher auch die hochwertigen Silent-Power-Stecker-Netzteile empfehlen, die beginnen bei 90 Euro. Aber Moment, stand da gerade Quarzofen? Tja, das gibt es wirklich, nur heißt das genau genommen beheizter Quarzoszillator. Schwingquarze haben ja eine bestimmte Schwingfrequenz. Nun ist es so, dass diese in gewissen Grenzen temperaturabhängig ist. Vielleicht haben Sie schonmal von thermischer Drift gehört. Wer es absolut präzise will, nutzt also eine temperaturgeregelte und beheizte kleine Kammer für den Quarz und die Oszillatorschaltung. Durch die stabilen Temperaturbedingungen bleibt die Frequenz dann perfekt. Sauberer geht es nicht.


Vorrang für Audio


Das Platinenlayout stammt aus dem Hause Keces und hat den Schwerpunkt, Elektromagnetische Interferenzen sowie Störungen durch hochfrequente Signale zu minimieren. Blicken wir auf die Hauptplatine. Sie übernimmt eine weitere klangrelevante Aufgabe. Sie priorisiert Audio- Daten. Streamt man also Musik und surft gleichzeitig im Internet, behandelt der Ewave Audiosignale bevorzugt. Audio Priority Quality of Service nennt sich das. So etwas gibt es auch mit Bevorzugung von Videodaten, was bei Video-Konferenzen sinnvoll sein kann, sofern mehrere Verbraucher den Router nutzen. Und hier ist ein guter Zeitpunkt, die Erwartungen an das Produkt einzuordnen. Die zahlreichen Ports sind da ja nicht ohne Grund. Denn die größte und somit hörbarste Wirkung entfaltet ein solcher Switch in komplexen Umgebungen. Soll heißen: Da, wo viele Endgeräte auf das Netzwerk zugreifen, ist es am nötigsten, Ordnung zu schaffen und Prioritäten zu setzen. Ist der heimische Datenverkehr, was wahrscheinlich ist, nicht allzu belastet, hört man vermutlich auch keinen großen Unterschied. In meinem privaten Netzwerk geht es sehr aufgeräumt zu, nur ein Streamer und die Xbox hängen per Kabel am Router (laufen aber nie gleichzeitig), zwei Smartphones sind im WLAN, und wenn ich von zuhause arbeite, kommt noch ein Laptop per WLAN hinzu. Da brauche ich nicht viel Priorisierung. Im Verlag ist die Sache komplexer, hier saugen zahlreiche Computer an der Leitung, da hört man die Wirkung deutlicher. Praxis Der Hersteller empfiehlt, Port 1 als Eingang zu nutzen, hier also den Router anzuschließen. An die anderen Ports hängt man dann Geräte wie Streamer, TV, Spielkonsole und was man so hat. Wie die meisten hochwertigen Switches, ist also auch der Ewave reichlich überdimensioniert für den durchschnittlichen Haushalt. Die Bedienungsanleitung ist etwas lieblos geraten, an einer Stelle wird tatsächlich von E-Welle gesprochen. Als Leser wird man fröhlich im Wechsel gesiezt und geduzt. Aber viel anzuleiten ist hier ja auch nicht. Das ist ein Plug-and-Play-Gerät. Das Schöne an einem Hörtest ist, dass man in zehn Sekunden den Aufbau ändern kann. Den Keces an den Router anschließen und dann im Wechsel das Kabel, das zum Streamer führt, direkt in den Router stecken oder in den Ewave. Ich habe zusätzlich noch zwei Hör-Runden für den Vergleich der Netzteile gemacht (das beiliegende vs das P9). Zuhause war das ernüchternd. Ich hatte zwar denn Eindruck, dass es mit Ewave als zwischengeschalteter Station druckvoller und dynamischer Klang, aber ich würde meine Hand dafür nicht ins Feuer legen. Die Netzteile machten da auch keinen hörbaren Unterschied. Im Hörraum sah es dann in der Tat anders aus. Hier war der Ewave schon mit dem beigelegten Netzteil hörbar. Das Klangbild war ruhiger, dadurch wirkte es dynamischer und sogar etwas schneller. Das P9 verstärkte den Effekt eindeutig. Ob mir das 1500 Euro wert wären? Ich denke, nein. Aber so oder so ist das ein klassisches Ausprobieren-Produkt, und zwar eines, das man zuhause, nicht beim Händler ausprobiert. Möglich, dass in einem Mehr-Personen-Haushalt klangliche Argumente den Keces-Ewave zur sinnvollen Investition machen.

Fazit

Ein interessantes Gerät mit einer spitzen Zielgruppe. Wenn es passt, dann kann das durchaus deutliche klangliche Fortschritte bringen.

Kategorie: Zubehör HiFi

Produkt: Keces Ewave

Preis: um 1500 Euro

Ganze Bewertung anzeigen


6/2026
4.0 von 5 Sternen

Keces Ewave

Bewertung 
Verarbeitung 20%

4 von 5 Sternen

Performance-Gewinn 60%

4 von 5 Sternen

Praxis 20%

4 von 5 Sternen

Ausstattung & technische Daten 
Kategorie Netzwerkswitch 
Vertrieb Robert Ross Audiophile Produkte, Ostseebad Prerow 
Telefon 038233 455 
Internet www.kecesaudio.de 
Ausstattung
Abmessungen (B x H x T in mm) 220/66/220 
Gewicht 1 kg 
Garantie 2 Jahre 
+ sehr gute Ausstattung 
+ gute Verarbeitung 
+ klanglicher Zugewinn 
- hoher Preis 
Preis/Leistung gut 
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Autor Alexander Rose-Fehling
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Datum 19.06.2026, 11:51 Uhr
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Interessante Links:
  • www.hausgeraete-test.de
  • www.heimwerker-test.de
  • hifitest.de/shop/
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